Vertreterversammlung Februar 2011 in Wietzendorf
TOP 1:
Der Vorsitzende, Jürgen Frühling, begrüßte die Anwesenden und besonders die Ehrengäste. In seinem Bericht bemerkte er, dass die Vertreterversammlung zeitnah zum abgelaufenen Jahr 2010 stattfinde, bevor die Bienen wieder fliegen und bereits eine Vielzahl imkerlicher Veranstaltungen stattgefunden hätten..
Die Mitgliederzahlen hätten sich positiv entwickelt. Die Imkerei genieße ein hohes Ansehen im Lande. Die komme durch die große Zahl der Berichterstattungen in den Medien zum Ausdruck. Das neue Erscheinungsbild der Marke „Echter Deutscher Honig“ unterstreicht die Qualität dieses wertvollen Nahrungsmittels und rechtfertigt seinen Preis. Die Neugestaltung des Gewährverschlusses sei positiv bewertet worden.
Die Imkerschaft ist erfreulicherweise von den Problemen verschont geblieben, die die Landwirtschaft in den vergangenenen Wochen plagten. Die kriminellen Machenschaften anderer bereiteten landwirtschaftlichen Betrieben große Probleme. Ein Beispiel sei der Dioxinskandal. Oft Würden Massentierhaltungen gleich in Verbindung mit Tierquälerei gebracht. Es ist zu befürchten, dass auch in der Imkerei die Frage der Massentierhaltung gestellt wird. Ein Völkersterben wie in den USA, wo oft Tausende Bienenvölker dicht zusammen aufgestellt würden, wird es in Deutschland hoffentlich nie geben.
Ein herausragendes Problem der Landwirtschaft ist die zu umfangreiche Bürokratie. Als überflüssig und unverständlich sah es der Vorsitzende an, dass der Vorsitzende des Kreisvereins Rotenburg Verbandsinterna durch Leserbriefe in die Öffentlichkeit getragen hat. Der Verband Bayrischer Imker habe seine Empörung geäußert, weil auch dortige Verbandsinterna öffentlich angesprochen wurden.
Bedauerlich war ein Zwischenfall auf der „Grünen Woche“ in Berlin, als ein Fernsehteam ohne vorherige Anmeldung auf dem Stand des DIB für einen Bericht drehen wollte. Es sei absolut in Ordnung, dass der Präsident des DIB Peter Maske das nicht zugelassen hat. Das Verhalten der Initiatoren dieser Aktion ist auf das schärfste zu tadeln, weil sie nach dieser Aktion durch einen offenen Brief versucht haben, den DIB wegen Behinderung von Dreharbeiten zu beschuldigen.
Der Vorsitzende wies auf die Bedeutung der Agrarwirtschaft in Niedersachsen hin und bestätigte das sehr positive Verhältnis zum Landwirtschaftsministerium und der Landwirtschaftskammer. Unverständlich sei daher, dass der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund seine Negativauszeichnung, den „Schwarzen Rasierpinsel“ an den Direktor der Landwirtschaftskammer Niedersachsen im Januar in Soltau verlieh. Besonders ärgerlich sei, dass vorher keine Information an die Niedersächsischen Imkerverbände erfolgte. Sollte der Berufs- und Erwerbsimkerbund an dieser Verleihung festhalten, sei anzuregen, dies zukünftig im Süden zu tun.
Zu der Frage der gentechnisch veränderten Pollen im Honig ist demnächst eine wichtige Gerichtsentscheidung zu erwarten. Abzuwarten ist das Urteil und die sich dann ergebenden Folgerungen.
Der Vorsitzende sprach den ehrenamtlich Tätigen in den Vereinen und Kreisvereinen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des LAVES Institut für Bienenkunde Celle, des Deutschen Imkerbundes, der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums, dem Vorstandskollegium und den Mitarbeitern der Geschäftsstelle seinen Dank für die geleistete Arbeit aus.
TOP 2:
Der Vorsitzende des Kreisvereines Soltau, Ewald Wildemann, gab in seinem Grußwort einen Überblick über die Struktur der Imkerei in der Heide. Der Vorsitzende des Imkervereins Wietzendorf, Christoph Euhus, stellte den Imkerverein Wietzendorf vor und erklärte den Ablauf der „Damenveranstaltung“. Der Bürgermeister von Wietzendorf, Uwe Wrieden, stellte in seinem Grußwort die Gemeinde vor, die als einzige Gemeinde die Bronzeskulptur eines Korbimkers auf dem Dorfplatz hat. Der Landrat des Landkreises Soltau Fallingbostel, Manfred Ostermann, äußerte sich über die Bedeutung der Imkerei in seinem Landkreis.
Dr. Ludwig Diekmann, Leiter der Tierzuchtabteilung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, brachte zum Ausdruck, wie wichtig die Bienenhaltung für Landwirtschaft und Natur sei und dass große Anstrengungen unternommen würden, um den Schutz der Bienen durch Agrarmaßnahmen sicher zu stellen. Dies bestätigte der Vizepräsident des Niedersächsischen Landvolkes Helmut Meyer. Er wies auf die Beratungsmaßnahmen hin, die unternommen würden, um den Schutz der Nutzinsekten sicher zu stellen. Er stellte außerdem das Projekt „Bauer sucht Imker“ vor.
Der Abteilungsleiter im Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium, Dr. Ralph Paeschke, versicherte, dass das Ministerium der Imkerei positiv gegenüber stehe und bemüht sei, diese zu fördern. Es sei im Bewusstsein des Ministeriums, dass die Bienenhaltung unverzichtbar sei, so dass auch in der Zukunft die Unterstützung seines Ministeriums gesichert sei.
Frau Dorothee Lüken begrüßte die Versammlung als Vertreterin des LAVES Bieneninstitut Celle.
Der Vorsitzende des Landesverbandes der Imker Weser Ems e. V., Redelf Ennen hob die positive Einstellung der Institutionen gegenüber der Imkerei hervor und freute sich darüber, dass die unverständliche Verleihung des „Schwarzen Rasierpinsels“ durch den Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund an die Landwirtschaftskammer Niedersachsen zu keiner Verstimmung dieser Einrichtung zu den zwei Imkerverbänden geführt habe. Diese Negativauszeichnung sei ein völlig ungeeignetes Mittel, für die Imkerei etwas zu erreichen. Er regte ein gemeinsames Schreiben der Verbände an den Berufs- und Erwerbsimkerbund an.
Danach begrüßte de Vorsitzende den Direktor im Ruhestand des LAVES-Institut für Bienenkunde Celle, Professor Dr. Jost H. Dustmann, den Geschäftsführer des Landesverbandes im Ruhestand, Gerhardt Fuhrich, Claudia Leiß als Vertreterin der Firma Gaede & Glauerdt. Außerdem die Bienenzuchtausrüster, die Vertreter der Imkervereine und Kreisimkervereine und diejenigen, die erstmals an einer Vertreterversammlung teilnahmen.
TOP 3:
Die Anwesenden erhoben sich zu Gedenken der verstorbenen Mitglieder, von denen stellvertretend genannt wurden: Albert Dannenfeld, Imkerverein Dannenberg
Adolf Stegen, Imkerverein Bispingen Heinrich Rampenthal, Imkerverein Lehrte
TOP 4:
Mit der Verdienstmedaille wurden geehrt: Hans Heinrich Holleuffer, Kreisimkerverein Stade Günter Knopp, Imkerverein Schneverdingen
TOP 5:
Die Jahresberichte der Vorstandsmitglieder wurden diskutiert: Es ergaben sich keine Einwände.
TOP 6 und TOP 7:
Niels Herwig vom Imkerverein Pattensen verlas den Bericht über die sachliche Prüfung, die er gemeinsam mit Dieter Möbius vom Imkerverein Bispingen durchgeführt hatte. Seinem Vorschlag
auf Entlastung des Vorstandes wurde in offener Abstimmung einstimmig entsprochen.
TOP 8:
Der Haushaltsvoranschlag wurde einstimmig genehmigt.
TOP 9:
Als zweiter Kassenprüfer wurde der Imkerkollege Helmut Suckert, Imkerverein Verden, einstimmig gewählt. Cord Henry Lankenau bestätigte die Annahme der Wahl, da er selbst nicht an der Vertreterversammlung teilnehmen konnte.
TOP 10:
Anträge an die Vertreterversammlung lagen nicht vor.
TOP 11 und TOP 12:
Unter Verschiedenes wurde mitgeteilt, dass die Fa Dieckmann Seeds in Nienstädt zur Bestäubung der Rapsversuchsfelder (gentechnikfrei) 80 – 100 Bienenvölker für die Zeit der Rapsblüte sucht.
Es wird eine Bestäubungsprämie von 30 Euro pro Volk geboten.
Auskunft bei Klau. Koschnick, 05755/301, JLIB_HTML_CLOAKING
Imkerkollege Armin Blume stellte seine Idee von Schulungspostern für die Innenseite von Schaukastentüren vor und gab eine Liste herum, die später an den DIB versandt werden sollte.
Cord Henry Lankenau sprach die Einladung für die Vertreterversammlung 2012 nach Verden/ Aller aus und gab Erläuterungen zum Veranstaltungsort.
Claus Sommer, Kreisvorsitzender Celle stellte seine Position zu verschiedenen Themen auch aus den Grußworten vor, die er später mit dem Vizepräsidenten des Niedersächsischen Landvolks allerdings nicht öffentlich noch diskutierte. Wegen des in außerordentlichem Maße zunehmendes Maisanbaus für Biogasanlagen zeigte sich der Vorsitzende besorgt. (Blühende) Alternativpflanzen würden aber bereits erprobt. Der Vorsitzende schloss die Vertreterversammlung und leitete nach einer Pause zum Festvortrag über. Den hielt Mathias Zimmermann von der Stiftung „Naturschutzpark Lüneburger Heide“ über: „Naturschutz und Imkerei im Wandel der Zeit- Entstehung und Entwicklung im Naturschutzpark Lüneburger Heide“ Jürgen Frühling, Vorsitzender Cord Henry Lankenau

Foto: Burchard Schröder
Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Vorstandssitzung vor dem Rathaus von Wietzendorf.